Jochen Klepper Haus
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Jochen-Klepper-Haus

Neugasse 1 Klosterberg, direkt neben der Evangelischen Kirche

63505 Langenselbold

 

Wer war „Jochen Klepper“, der unserem Gemeindehaus neben der Kirche seinen Namen gab.

Die Hände, die zum Beten ruh‘n, die macht er stark zur Tat. Und was der Beter Hände tun, geschieht nach seinem Rat.

Jochen Klepper wurde am 22. März 1903 in Beuthen an der Oder als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Er war ein deutscher Theologe, der als Journalist und Schriftsteller arbeitete. Er ist einer der bedeutendsten Dichter geistlicher Lieder des 20. Jahrhunderts

Klepper besuchte das Gymnasium in Glogau und studierte anschließend evangelische Theologie in Erlangen und Breslau. Wegen seines labilen Gesundheitszustandes verzichtete er jedoch darauf, Pfarrer zu werden. Er begann beim Evangelischen Presseverband für Schlesien in Breslau zu arbeiten.

Am 28. März 1931 heiratete Klepper, gegen den Willen seiner Eltern und als bewusstem Akt des Widerstandes gegen den heraufziehenden Nationalsozialismus, die um 13 Jahre ältere, jüdische Witwe Johanna Stein. Sie brachte ihre Töchter Brigitte und Renate mit in die Ehe. Da er bis zum Oktober 1932 Mitglied der SPD war, wurde er Mitte 1933 aus Rundfunk und Verlag entlassen. Den Eintritt in die Reichsschrifttumskammer gewährte man ihm jedoch 1934. Die Tätigkeit im Ullstein-Verlag verbot man ihm wiederum 1935. Klepper ernährte die Familie mit schriftstellerischer Tätigkeit, erfolgreich – trotz der Einschränkungen.

Am 18. Dezember 1937 schreibt Jochen Klepper u.a. in sein Tagebuch, das er seit 1932 führt: „ … Ich schrieb am Nachmittag ein zweites Weihnachtslied: ‚Die Nacht ist vorgedrungen ...' Das schöne Adventsgeläut".

Die kleine Sammlung geistlicher Gedichte mit dem Titel Kyrie erschien 1938. Sie enthält Liedtexte von denen viele noch heute in hohem Ansehen stehen, weil sie in zeitgemäßer Sprache um die Beschwerden des Lebens wissen, aber voll Trost und Hoffnung sind. Sie wurden vertont und haben in großem Umfang Eingang in den Kanon sowohl der evangelischen als auch der katholischen Gesangbücher gefunden; er ist nach Martin Luther und Paul Gerhardt der dritthäufigste Autor. Der geplante Roman „Das ewige Haus“ blieb Fragment; Thema des Romans sollte das evangelische Pfarrhaus sein, wie es von Martin Luther und seiner Frau Katharina modellhaft etabliert worden war. Nur das erste Kapitel („Die Flucht der Katharina von Bora“) hatte Gestalt angenommen.

Am 18. Dezember 1938 ließ sich Johanna Klepper in der Martin-Luther-Gedächniskirche taufen. Anschließend wurde das Ehepaar Klepper kirchlich getraut.

Seine ältere Stieftochter, Brigitte, konnte kurz vor Kriegsausbruch nach England ausreisen. Ende 1942 scheiterte die Ausreise der Tochter Renate, überdies musste Klepper davon ausgehen, dass Mischehen zwangsweise geschieden werden sollten und damit auch seiner Frau die Deportation drohte. Johanna, Renate und Jochen Klepper nahmen sich in der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember 1942 in Berlin durch Schlaftabletten und Gas gemeinsam das Leben. Das Grab befindet sich auf dem Friedhof Nikolassee. Die letzte Eintragung im Tagebuch Kleppers lautet: „Wir sterben nun – ach, auch das steht bei Gott – Wir gehen heute nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des Segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“

Quellen u.a. http://www.gerhildkomander.de/news/160-berliner-geschichte-jochen-kleppers-roman-der-vater.html , http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Klepper , http://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Jochen_Klepper.htm , http://www.aphorismen.de/suche?f_autor=4602_Jochen+Klepper

Parkmöglichkeit: Parkplatz - Rathausplatz (ca. 50 m Entfernung)

Öffentliche Verkehrsmittel: Die Bushaltestelle "Neugasse" des RMV befindet sich direkt vor der Evangelischen Kirche, Fußweg ca. 50 m.

Geografische Daten (z.B. für Navigation): 9° 02' 12'' Ost - 50° 10' 31" Nord