Religionspädagogik
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Religiöse Bildung

Der Hessische Erziehungs- und Bildungsplan stellt das Recht auf religiöse Bildung fest.1 Hier sehen wir unsere evangelisch-christliche Tradition angesprochen, die seit der Reformation einen religiösen und allgemeinen Bildungsanspruch erhebt.

Kinder entdecken, erforschen und gestalten ihre Welt. „Sie haben Lust am Malen, Singen, Bauen und stellen gleichsam philosophische und theologische Fragen. Sie fragen direkt und indirekt nach dem Anfang und Ende der Welt, sie fragen nach dem, was jenseits der Todesgrenze ist, und sie bilden erste Orientierungen aus, die ihr Handeln leiten. Dadurch gewinnen Kinder ein erstes grundlegendes Verständnis der Wirklichkeit, in der sie leben.“2

Dabei wollen wir die uns anvertrauten Kinder begleiten und ihnen Hilfe und Orientierung bieten, in dem wir sie und ihre Angehörigen

  • in ihrer je eigenen Individualität wahrnehmen und ernst nehmen, 

  • ihnen mit Vertrauen, Bereitschaft zur Versöhnung und Gemeinschaft begegnen. 

  • ihnen ermöglichen, gemeinsam mit uns, evangelisch-christliche Werte und Verhaltensweisen einzuüben und zu erfahren.

Dabei wissen wir uns von der all umfassenden Liebe Gottes getragen.

In der religiösen Bildung und Erziehung greifen wir des Weiteren in Andachten und Kindergottesdiensten auf die biblischen Geschichten des Alten Testaments und des Neuen Testaments gleichermaßen zurück und orientieren uns in kreativen Angeboten und Projekten auch an den großen Festen im Kirchenjahr.

In unserer Einrichtung feiern wir mit den Kindern wöchentlich eine Andacht. In regelmäßigen Abständen feiern wir unsere Andachten und Gottesdienste an einem besonderen Ort: in unserer evangelischen Kirche.

In der Vorbereitung und Durchführung lassen wir uns jeweils von einem Pfarrer oder einer Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde beraten und unterstützen.

Das einfache und altersgerechte Erzählen der biblischen Geschichten in diesem Rahmen und ihre kreative Bearbeitung (handwerklich, dramaturgisch, kognitiv) soll es den Kindern ermöglichen, Lebenssituationen kennen zu lernen oder wieder zu erkennen, sich mit einzelnen „Figuren“ zu identifizieren und von (neuen) Verhaltensweisen zu hören und sie ggf. selbst auszuprobieren.

Kindergottesdienst und Andachten sehen wir als gute Möglichkeit, in Ritualen, Liedern und Gebeten Gefühle wie Angst, Traurigkeit, Freude und Dank auszudrücken.

Unter diesen Voraussetzungen möchten wir als Team der Tageseinrichtung (ErzieherInnen und HauswirtschafterInnen) arbeiten und dazu beitragen, dass Kinder

  • die zentrale Botschaft des Evangeliums erfahren können: nämlich bejaht, erwünscht und angenommen zu sein;

  • eigene und sichere Schritte ins Leben gehen und eigene Handlungsorientierungen ausbilden können;

  • freudig und dankbar erleben können, was Gottes Schöpfung für sie bereit hält.

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Religionspädagogische Orientierung

In unserer evangelischen Tageseinrichtung für Kinder hat die Erschließung von biblischen Geschichten in einer methodischen Vielfalt einen hohen Stellenwert.

Unser Ziel ist es, dass Kinder mit Bibeltexten aus dem Alten und Neuen Testament vertraut werden, um sich mit Rollen zu identifizieren und die gemachten Erfahrungen als Lebenshilfe zu nutzen. Viele Ereignisse in biblischen Erzählungen können auf die heutige Zeit übertragen werden und bieten uns Lösungsmöglichkeiten zur Bewältigung unseres Alltags an. Im Spielen der Geschichten erleben die Kinder die einzelnen Charaktere sehr intensiv und erweitern somit ihr Einfühlungsvermögen enorm. In Verbindung mit dem Einüben von gemeinsamen Ritualen, wie beten, singen, danken, das Kirchenjahr erleben, bieten wir den Kindern eine Vielfalt aus unserem christlichen Glauben an. So erleben wir gemeinsam die wiederkehrenden Feste im Kirchenjahr und legen mit Projekten und Themen immer andere Schwerpunkte, so dass jedes Ereignis seine eigene Wichtigkeit erfährt. Wir helfen ihnen somit dabei, eine eigene christliche Grundhaltung zu entwickeln und dadurch Geborgenheit und Sicherheit im eigenen Tun zu entfalten.

Die Kinder erleben bei uns eine Vernetzung mit der Ev. Kirchengemeinde durch die enge Zusammenarbeit mit dem Pfarrkollegium und durch die Miteinbeziehung von Gemeindegliedern in unsere Arbeit. Sie erfahren dadurch Begegnungen und Hilfsbereitschaft untereinander und fühlen sich als Teil einer großen Gemeinschaft.

Im gemeinsamen Feiern von Gottesdiensten und Andachten in der Kirche und in der evangelischen Tageseinrichtung für Kinder kommt dieser Aspekt nochmals zum Tragen. Gottesdienste zu Beginn des Kindergartenjahres und zur Verabschiedung der Vorschulkinder nehmen wir bewusst zum Anlass, die Familien willkommen zu heißen und am Ende der Kindergartenzeit zu verabschieden, um sie wissen zu lassen, dass sie ein Teil von uns sind.

Auch werden Taufgottesdienste oder Gottesdienste zu anderen Anlässen, wie Ostern, Erntedank, usw. in den Jahresablauf integriert. Zu Beginn des Jahres wird gemeinsam mit dem Pfarrer/ der Pfarrerin entschieden, welche und wie viele Gottesdienste gefeiert werden und welche im Rahmen eines Hauptgottesdienst (So, 10.00 Uhr) stattfinden.

In der Gemeinschaft Gott zu danken und Symbole des Glaubens für sich zu entdecken schafft eine gewisse Spiritualität und gibt Halt. Es werden Fragen von Kindern und Erwachsenen aufgeworfen, die zum Nachdenken und zum Austausch anregen und oftmals neue Perspektiven eröffnen. Ein wichtiges Ziel ist es, dass die Kinder für sich einen Platz im Alltag finden, an dem sie Gott auf ihre ganz persönliche Art begegnen können und einen nach ihren Bedürfnissen ausgerichteten Zugang zur Religiösität erlangen. Besonders den Kirchenraum sollen die Kinder als vertrauten Ort für sich wahrnehmen, um dort auch Ruhe und Kraft zu tanken. Auch in den mit den Kindern gestalteten Räumen unserer Einrichtung finden Kinder Symbole unseres Glaubens, die sie aus der Kirche kennen. Diese animieren die Kinder sie mit allen Sinnen zu erfahren, entweder alleine oder in der Gemeinschaft.

Auch in unserem Natur-Erlebnis-Garten gibt es Orte, die dazu einladen ruhig zu werden, aber auch mit Lust und Freude in die Vielfalt unserer Schöpfung einzutauchen. In einer Oase inmitten der Stadt haben die Kinder die Chance mit der Natur aufzuwachsen und sie mit allen Sinnen kennenzulernen und zu erleben. Das Leben im Einklang mit Umwelt und Natur wird hier als Selbstverständlichkeit gelebt und die Achtung vor der Schöpfung verinnerlicht.

Vgl. Bildung von Anfang an, 2007, Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen, hg. v. Hessischen Sozialministerium, Wiesbaden, S. 79-83.

Bildung stärken – Strukturen klären, 22008, Perspektiven kirchlicher Bildungsarbeit in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, hg. v. der Bildungskammer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kassel, S. 14.